„Zu reisen ist zu leben!“ lehrte uns schon Hans Christian Andersen. Besonders mit dem deutschen Reisepass stehen dir im Grunde alle Türen offen. Du kannst den gesamten Erdball bereisen und bekommst die einmalige Gelegenheit, die Welt in all ihren Facetten kennenzulernen. Der sogenannte Massentourismus hat allerdings auch seine Schattenseiten: verschmutzte Strände, erhöhter Verkehr, verlorene Kulturen, wirtschaftliche Abhängigkeit, .. um nur wenige davon zu nennen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns den Konsequenzen bewusstwerden und versuchen, uns möglichst so zu verhalten, dass in der Urlaubsdestination keine nachhaltigen Schäden entstehen. Und das bedeutet nicht, dass wir deswegen ganz auf’s Reisen verzichten müssen. Ganz und gar nicht. Der Tourismus hat auch zahlreiche Sonnenseiten wie mehr Arbeitsplätze und Wohlstand für die Zielgebiete, mehr Diversität und eine bessere Infrastruktur. Deswegen sollten wir vielmehr darauf achten, unseren Urlaub nachhaltig zu gestalten. Was genau das bedeutet und, wie du die Theorie ganz einfach in die Praxis umsetzt, erfährst du im Folgenden.

Was bedeutet “nachhaltiges Reisen” überhaupt?

Um das erklären zu können, fangen wir am besten beim Begriff „Nachhaltigkeit“ an. Der Duden sagt bspw., dass Nachhaltigkeit das Prinzip ist, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren bzw. künftig wieder bereitgestellt werden kann. Durch dieses Handlungsprinzip und die damit einhergehende Wahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit soll eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung gewährleistet werden. Klassisch stützt sich dieses Prinzip auf 3 Säulen: Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Das im Hinterkopf, beleuchtet „nachhaltiges Reisen“ bzw. „nachhaltiger Tourismus“ folgende Faktoren: die An- und Abreise und der Transport im Land selbst, die Art der Unterkunft, der Umgang mit der Umwelt des besuchten Landes und die respektvolle Begegnung mit den Bewohnern und der Kultur des Landes. In dem Zusammenhang wirst du häufig auch auf die Begriffe „Ökotourismus“ oder „Sanfter Tourismus“ stoßen. Ökotourismus legt seinen Schwerpunkt dabei auf die Schonung der Umwelt des Ziellandes. Der Sanfte Tourismus versteht sich als verantwortungsvollen Umgang mit den menschlichen, tierischen und materiellen Ressourcen des Ziellandes. Bei dieser Reiseart passen sich die Reisenden den Gepflogenheiten des Landes weitestgehend an.

Zusammengefasst bedeutet „nachhaltig reisen“ das Zusammenspiel aller Maßnahmen zum Schutz der Erde, Menschen und der Umwelt.

Ein man hockt mit seinem Trekkingrucksack im Wald und macht mit seiner Kamera ein Foto
Ein man hockt mit seinem Trekkingrucksack im Wald und macht mit seiner Kamera ein Foto

5 Gründe für nachhaltiges Reisen

Nachhaltigkeit ist nicht nur irgendein Trend. Vielen Menschen ist mittlerweile bewusst geworden, dass wir die Erde und unsere Umwelt langfristig nicht erhalten können, wenn wir weiterhin mehr Ressourcen verbrauchen als regeneriert werden können. Wir haben hier 5 gute Gründe zusammengefasst, warum nachhaltiges Reisen so wichtig ist:

  1. Die Wirtschaft vor Ort stärken
  2. Ressourcen schonen und den Natur- und Artenschutz fördern
  3. Lokale Kulturen erhalten
  4. Wissen und Bewusstsein erweitern
  5. Land und Leute authentisch erleben

Top Tipps für nachhaltiges Reisen

Sowohl vor als auch während und nach der Reise kannst du viele Dinge mit wenig Aufwand umsetzen und somit deine Reise ganz einfach nachhaltiger gestalten. Wie du dich während deiner Reisen verantwortungsbewusst(er) verhalten kannst, haben wir im Folgenden für dich zusammengefasst.

1. Umdenken & Verantwortung übernehmen

„Nachhaltigkeit“ ist dank der Klimabewegung und Fridays for Future schon lange kein Fremdwort mehr. Man merkt, dass vor allem in der jungen Generation ein Umdenken stattfindet und wir versuchen, uns möglichst so zu verhalten, dass auch unsere Kinder und Kindeskinder noch ein gutes Leben auf diesem Planeten führen, dessen Ressourcen wir schon zu lange ausbeuten. Und das hört beim Reisen nicht auf. Ehrlich gesagt spielt das Thema Nachhaltigkeit gerade auf Reisen eine sehr wichtige Rolle. Wir sollten uns alle darüber im Klaren sein, dass es um jeden Einzelnen geht und, dass jeder etwas bewirken kann. Und wir müssen aufhören, die Verantwortung alleinig bei den Regierungen zu sehen. Jeder kann sein eigenes Päckchen tragen und zusammen können wir großes bewirken. Davon sind wir überzeugt.

2. Bewusst mit Ressourcen umgehen

Es fängt schon damit an, dass wir auf Reisen unser Bewusstsein für Nachhaltigkeit und knappe Ressourcen nicht einfach ausschalten, sondern uns weiter dessen bewusst sind, dass z.B. Wasser ein knappes Gut ist. Insbesondere in den trockenen Regionen der Erde solltest du deswegen auf deinen Verbrauch achten und vielleicht nicht 5x am Tag duschen, sondern nur 1x am Abend. Reisen sind schnell mal vom Alltag ausgeklammert – und das ist auch gut so! Beim Thema Nachhaltigkeit und bewusstem Umgang mit Ressourcen (z.B. Strom & Wasser) sollten wir jedoch keine Ausnahme machen, auch, wenn die Nutzung im Preis inklusive ist. Versuche also, deinen Verbrauch auf einem Minimum zu halten und lasse z.B. deine Handtücher nicht jeden Tag waschen – alle 2-3 Tage reicht vollkommen aus! Dazu gehört auch, nach Möglichkeit auf die Klimaanlage zu verzichten und das Licht immer auszumachen, bevor man das Zimmer verlässt.

3. Mit verantwortungsvollen Unternehmen reisen

Mit verantwortungsvollen Reiseunternehmen bzw. -veranstaltern meinen wir diejenigen, die faire Löhne an ihre Mitarbeiter zahlen, die sich für den Erhalt der Umwelt einsetzen und nachhaltige Unterkünfte im Portfolio haben. Diese Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie versuchen, sich im Zielgebiet an die Gegebenheiten anzupassen und sich zu integrieren statt umgekehrt. Auch, wenn du deine Reise selbst organisierst, kannst du natürlich darauf Acht geben, dass du deine Ausflüge und Touren nicht über deutsche Veranstalter oder das internationale Hotel buchst, sondern möglichst ortsansässige Touranbieter unterstützt.

 

 

4. Nicht immer höher, schneller, weiter...

Es geht nicht immer darum, möglichst viele Länder innerhalb kürzester Zeit zu bereisen. Slow travel ist cool! Klar muss man irgendwie schauen, dass man die freien Tage im Jahr möglichst effizient nutzt und manchmal bedeutet das eben, dass man in seinem 3-Wochen Jahresurlaub durch Thailand, Vietnam und Kambodscha reist. Sonst wird die bucket list ja nie kürzer. Grundsätzlich wollen wir das auch nicht komplett verbieten. Die Erfahrung zeigt aber, dass man ein Land einfach viel intensiver wahrnimmt, wenn man sich Zeit nimmt und an schönen Orten auch mal länger verweilt. Überlege dir einfach, ob es nicht vielleicht erstmal reicht, 3 Wochen in Thailand zu verbringen und dann den nächsten Urlaub in Vietnam oder Kambodscha zu machen. Slow travel fängt darüber hinaus aber auch schon bei den kleinen Dingen an. Vielleicht musst du ja auch nicht 3x im Jahr für ein verlängertes Wochenende in die europäischen Metropolen fliegen, wenn es im eigenen Land auch noch viele Städte gibt, die du gerne sehen möchtest.

5. Nach Möglichkeit ÖPNV nutzen

Langsam reisen lohnt sich. Es muss nicht immer der schnellste Weg sein. Dass Flugreisen grundsätzlich nicht besonders nachhaltig sind, da sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Trotzdem müssen wir deswegen natürlich nicht komplett auf Fernreisen verzichten. Und nach Australien kommt man mit dem Zug eben schlecht. Was du aber auf jeden Fall versuchen kannst, ist, grundsätzlich weniger zu fliegen. Innerhalb Europas kann man mittlerweile mit Interrail und anderen Bahnangeboten super von A nach B kommen. Slow travel beginnt zwar mit der An- und Abreise. Allerdings solltest du auch vor Ort darauf achten, dass du innerhalb des Ziellandes nach Möglichkeit nicht fliegst und die Öffis vorrangig als Transportmittel nutzt.

Fun Fact: Dass Direktflüge grundsätzlich nachhaltiger sind, stimmt nicht immer. Auf Kurzstrecken und bis zu einer bestimmten Distanz passt die Rechnung noch und eine Zwischenlandung mach ökologisch keinen Sinn. Auf Ultra-Langstrecken muss allerdings so viel Kerosin getankt werden, dass sich das Gewicht des Flugzeugs und damit auch der Verbrauch extrem erhöht. Auf gut der Hälfte der Strecke eine Zwischenlandung einzulegen kann also tatsächlich die Ökobilanz verbessern. So ist ein Flug nach Australien mit Zwischenstopp in Bangkok zum Beispiel nachhaltiger als ein Direktflug ab Frankfurt nach Sydney.

6. Minimalistisch packen

Grundsätzlich gilt, je mehr Gewicht transportiert werden muss, desto höher ist die Umweltbelastung. Nimm deshalb wirklich nur die nötigen Dinge mit und packe so minimalistisch wie möglich. Wenn du in ein warmes Gebiet reist, kommst du auch bei einer mehrwöchigen Reise mit 10kg Gepäck aus.

7. Plastikmüll vermeiden

Auch im Urlaub solltest du darauf achten, grundsätzlich möglichst wenig Müll, vor allem aber Plastikmüll, zu produzieren. Insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern kann das eine ganz schöne Herausforderung sein, da dort das Bewusstsein einfach noch nicht ausgeprägt ist. Nimm also auch im Urlaub gerne einen Jutebeutel mit zum Einkaufen und verzichte auf Plastiktüten. Wenn du in deinem Zielland das Leitungswasser nicht trinken kannst, kaufe am besten nicht ständig neue 1l-Plastikflaschen, sondern kaufe das Trinkwasser in großen 5l- oder 10l-Behältern. Eine Trinkflasche ist ein absolutes Must Have auf jeder selbst organisierten Reise. Darüber hinaus können Mehrwegbecher und -brotdosen und auch wiederverwendbares Campingbesteck sich als sehr nützlich erweisen.

8. In nachhaltigen Unterkünften übernachten

Verzichte nach Möglichkeit auf große Hotelketten und buche dich in lokalen, familiengeführten Pensionen oder Homestays ein. So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe, da du gleichzeitig auch noch einen authentischen Eindruck von der Kultur vor Ort bekommst. Wenn du trotzdem lieber in einem Hotel übernachten möchtest, kannst du auf Nachhaltigkeitssiegel und -zertifizierungen achten. Ein zertifiziertes Biohotel oder eine Green Key Global ausgezeichnete Unterkunft kannst du in der Regel bedenkenlos buchen.

9. Die Vegetation und Tiere schützen

Abgesehen davon, dass man Flora und Fauna und besonders Tiere grundsätzlich mit Respekt behandelt und nicht einfach anfasst oder abreißt, spielt dieses Thema auf Reisen eine besondere Rolle. Informiere dich ggf. vor der Reise schon über gefährdete oder auch giftige Pflanzen- und Tierarten und geh vor Ort achtsam mit beidem um. Fasse zum Beispiel beim Tauchen unter Wasser nichts an, nehme nichts mit, was nicht dir gehört (auch keinen Sand), vermeide Tiershows, wenn damit Tierquälerei einhergeht. Dazu können z.B. das Elefantenreiten in Thailand zählen oder der Kamelritt in Marokko. Auch, wenn es viele andere Reisende machen und davon berichten, solltest du dir solche Aktivitäten gut überlegen und dann ausreichend recherchieren, um sicherzugehen, dass es den Tieren dabei gut geht.

10. Antizyklisch reisen

Viele Reiseziele machen ihr Jahresgeschäft in einer bestimmten Saison, die häufig nur ein paar Monate andauert. In dieser Zeit sind besonders die beliebten Destinationen komplett überlaufen, die Touristen/ Besucher sind genervt und die richtige „local experience“ bleibt aus. Außerhalb der Ferien- und Saisonzeiten sind die Länder/ Regionen/ Städte oft viel entspannter zu entdecken und du unterstützt die Region in einer eher ruhigen Phase. Abgesehen davon macht es natürlich auch Sinn, sich möglichst abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen und auch mal in weniger gehypte Orte zu reisen. Es muss ja nicht immer Barcelona oder Venedig sein.

11. Mit deinem Reiseziel vertraut machen und an die Kultur anpassen

Das A und O für soziale Nachhaltigkeit auf Reisen ist, dass du dich im Vorhinein über deine Destination und die Kultur informierst. Und hierbei gilt, je weiter weg, desto wichtiger. Während es im europäischen Raum nicht die gewaltigsten kulturellen Unterschiede gibt, können z.B. in den asiatischen Ländern Verhaltensweisen unhöflich oder strafbar sein, die hier völlig normal sind. In Thailand ist es z.B. unhöflich, seine Schuhe nicht auszuziehen, bevor man ein Haus betritt – und dazu zählen auch Supermärkte! Genau so wie ein Chinese, den du nach dem Weg fragst, dir niemals sagen würde, wenn er ihn nicht weiß – er lächelt, nickt und zeigt in die Richtung, die ihm besser gefällt. Um sich vor Ort anpassen zu können und den Kulturschock auf einem Minimum zu halten, solltest du dich vor deiner Abreise über die Gepflogenheiten in deinem Zielland informieren. Es lohnt sich auch, die Standard-Wörter wie „Hallo“, „Danke“, „Wie geht’s?“ in der Landessprache zu lernen. Die Einheimischen werden deine Bemühungen zu schätzen wissen. Respektiere den Glauben und die Traditionen deines Ziellandes, indem du die heiligen Stätten respektierst und auf deine Bekleidung und Zurückhaltung achtest. Und auch beim Fotografieren solltest du unbedingt vorher um Erlaubnis fragen. In vielen touristischen Gebieten sind die Einheimischen schon sichtlich genervt von den knipsenden Touristen. Versuche einfach, die Privatsphäre und den Willen der Locals zu respektieren und zu beachten.

12. Auf All-Inclusive verzichten

All-Inclusive und nachhaltig reisen gehen leider oft überhaupt nicht einher. Es gibt Ausnahmen bei ausschließlich nachhaltigen Reiseveranstaltern. Der klassische All-Inclusive-Urlaub unterstützt jedoch häufig nur die großen, internationalen Tourismuskonzerne und nicht die einheimische Bevölkerung. Abgesehen davon hat man bei Vollverpflegung rund um die Uhr wenig Anreiz, mal vor die Tür zu gehen, in lokalen Restaurants und Cafés zu essen oder eine Tagestour mit einem lokalen Reiseführer zu buchen. Im Hotel bekommt man ja den vollen Service.

13. Geld vor Ort ausgeben

Wer sich direkt bei den Einheimischen eine Unterkunft sucht, lässt sein Geld zu 100% in seinem Zielland und stärkt die hiesige Wirtschaft. Wir können versuchen, nach solchen, von Einheimischen geführten Unterkünften Ausschau zu halten, in lokalen Restaurants, Cafés und Bars zu essen und zu trinken und die lokalen Geschäfte und Märkte zu besuchen. So lassen wir die lokale Wirtschaft vom Tourismus profitieren und schaffen Arbeitsplätze und fördern die Wertschöpfung im Zielgebiet. Und das bedeutet oft eben auch, nicht das fancy, westliche Restaurant zu wählen, das die Speisekarte auf Deutsch übersetzt hat, sondern auch mal in die kleinen, verlassenen Gegenden zu gehen.

Ein man hockt mit seinem Trekkingrucksack im Wald und macht mit seiner Kamera ein Foto

Unsere Meinung zum Thema Nachhaltigkeit auf Reisen

Ninas Meinung

Das Thema Nachhaltigkeit begleitet uns ja aktuell in jeder Situation im Alltag. Sei es beim Kauf von Lebensmitteln oder Kleidung, beim Thema Fortbewegung oder eben auch beim Reisen. Ich finde, man kann den Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht eindeutig definieren und die Empfindungen desbezüglich sind subjektiv.

Meine persönliche Meinung ist: Alles, was einen Teil dazu beitragen kann, dass der Earth Overshooting Day im nächsten Jahr ein paar Wochen später ist oder, dass die Klimaerwärmung im nächsten Jahrzehnt um 0,1 Grad reduziert werden kann, ist es wert, umgesetzt zu werden. Und da ist jeder einzelne gefragt. Natürlich ist der Impact von einer Landesregierung größer als von einer einzelnen Person. Und natürlich ist Deutschland im weltweiten Vergleich nicht das am wenigsten nachhaltige Land. Aber darauf sollten wir uns nicht ausruhen. Wir sollten unseren Alltag bewusst erleben und dabei auf Umwelt und Ressourcen achtgeben. Und damit meine ich nicht, dass jeder vegan sein und kleinkariert auf jeden Pups achten muss. Ich meine, dass man mit gesundem Menschenverstand und Kleinigkeiten auch auf Reisen einen Unterschied machen kann.

Was ich erlebe ist häufig, dass der Urlaub einfach ausgeklammert wird aus dem Alltag. In gewissem Sinne sollte das ja auch so sein, aber warum verhalte ich mich im Urlaub auf einmal als gäbe es den Klimawandel nicht und lasse das Licht im Hotelzimmer brennen, auch, wenn ich nicht dort bin? Warum fülle ich mir am All-Inclusive-Buffet so viel auf, dass ich immer die Hälfte zurückgehen lasse? Warum lasse ich die Handtücher jeden Tag waschen, nur, damit sie täglich frisch und gefaltet auf meinem Bett liegen? Warum gehe ich 3x am Tag duschen, wo doch 1x vollkommen ausreichen würde? Das sind natürlich jetzt die drastischen Beispiele eines All-Inclusive-Urlaubs.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass die kleinen Dinge den Unterschied machen. Jeder von uns kann auch auf Reisen versuchen, ressourcenschonend zu leben und z.B. möglichst wenig Müll zu produzieren und auch im anderen Land den Müll zu trennen. Warum nur Zuhause darauf achten? Auf Reisen ist es doch fast noch wichtiger! Ich persönlich bin ein absoluter Fan von Slow Travelling und habe mir nach meinem Abitur auch 1 Jahr Zeit dafür genommen. Ich kann aber auch verstehen, dass man mit 30 Tagen Urlaub im Jahr und einer vollen bucket list sich nicht immer diesen Luxus gönnen kann.

Fazit: Jeder sollte seinen Beitrag leisten, ohne sich dabei extrem einzuschränken. Die kleinen Dinge machen den Unterschied!

Tims Meinung

Auf jeden Fall! Nachhaltiges Reisen ist ein wichtiges Thema und ist meiner Meinung nach auch grundsätzlich, wenn man nicht zum absoluten Perfektionismus neigt, gar nicht so schwer umzusetzen. Ich bin aber auch ein bisschen frustriert, dass Nachhaltigkeit speziell beim Transport oft mit unverständlichen Preisen verbunden ist.

  • Wie kann es sein, dass ein Ticket im Nahverkehr der Bahn teurer ist, als alleine mit dem Auto dieselbe Strecke zu fahren und auch noch die Parkuhr am Ziel zu füttern?
  • Wie kann ein Flugticket von Düsseldorf nach Paris günstiger sein als ein Bahnticket?

Hier attraktive Preise anzubieten, die es günstiger machen den Zug oder den Bus gegenüber dem Benziner oder dem Flugzeug zu wählen, würde sicher bei vielen Menschen einen Wechsel auf umweltfreundliche Transportmittel bewirken.

Kritisch sehe ich auch, dass Nachhaltigkeit auch anderswo mit gewaltigen Preisschildern versehen wird. Natürlich ist mir bewusst, dass faire Entlohnung und nachhaltige Rohstoffe sich auf den Preis auswirken, und das bin ich auch bereit zu zahlen. Ob deswegen stylische Jutebeutel 8-10 € und nachhaltige Trinkflaschen 25-50 € kosten müssen…naja.

Was das Verhalten auf Reisen angeht, kann ich jedem nur wärmstens empfehlen mal seine Komfortzone zu verlassen und tief in andere Länder und Kulturen einzutauchen. Was bringt es mir denn in ein All-In Hotel nach Phuket zu fliegen, wo ich gar nichts von Thailand selbst mitkriege… Achja außer natürlich dem obligatorischen Ausflug im voll besetzten klimatisierten Bus zu der einen Bucht wo der Film „The Beach“ gedreht wurde. Selbst auf Mallorca kann man jedem nur empfehlen mal den engeren Radius seines Hotels und der Strandpromenade zu verlassen und lokale Restaurants auszuprobieren, selbst wenn die Karte nicht komplett auf Deutsch übersetzt ist.

Die besten Erfahrungen habe ich immer mit kleinen Homestays oder unabhängigen Hostels gemacht. Hier verdienen an deinem Geld nämlich fast ausnahmslos nur die Einheimischen Besitzer und Angestellten. Diese verraten einem außerdem, wo man günstige und authentische Küche genießen kann, und vermitteln einem liebend gerne an lokale Guides oder Tourenanbieter. So verlässt du ganz ohne sperrigen Reiseführer die touristischen Trampelpfade und nimmst tolle und authentische Erfahrungen mit nach Hause.

Ein man hockt mit seinem Trekkingrucksack im Wald und macht mit seiner Kamera ein Foto

Der ökologische Fußabdruck – mach den Test!

Schon mal was von dem ökologischen Fußabdruck gehört? Oder auf Englisch „ecological footprint“? – Der ökologische Fußabdruck ist ein Nachhaltigkeitsindikator, der angibt, wie viel Fläche ein Mensch benötigt, um seinen Bedarf an Ressourcen zu decken. Hintergrund ist der, dass die Menschheit schon sehr lange auf zu großem Fuß lebt: Wir verbrauchen deutlich mehr Ressourcen als reproduziert werden können. Um unseren Lebensstil aufrecht zu erhalten, bräuchte es 1,7 Erden. Der Earth Overshooting Day (Erdüberlastungstag) ist der Tag im Jahr, ab dem die Ressourcen eines Jahres aufgebraucht sind. In 2020 war dies bereits am 22. August.

Jeder einzelne von uns hat die Möglichkeit, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern, also schlichtweg nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen, wie nachwachsen bzw. reproduziert werden können.

Du willst wissen, wie groß dein ökologischer Fußabdruck ist? Mache hier den Test:

 

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Lassen sich Reisen und Nachhaltigkeit überhaupt miteinander verbinden? Der Umweltschützer Christoph Schulz zeigt, dass umweltbewusstes Reisen mit einzigartigen Erlebnissen und unvergesslichen Momenten möglich ist, auch ohne sich zu verbiegen. Er zeigt, wie man mit bewussten Entscheidungen einen Unterschied machen kann und gibt konkrete Tipps für Reiseziele, Unterkünfte, Fortbewegungsmittel und Aktivitäten vor Ort. So wird der nächste umweltfreundliche Urlaub zum reinsten Vergnügen!

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Sonne tanken am Meer geht auch anders – und genauso einfach. Zum Beispiel mit dem Zug von Hamburg oder Köln ans Mittelmeer nach Toulon. Unterwegs kann man in Paris Kultur erleben und in Marseille über die Hafenpromenade schlendern. Oder von München nach Venedig – natürlich nicht ohne vorher die Füße in den Gardasee zu tauchen und in Mailand zu shoppen. Dieses Buch inspiriert mit 80 detaillierten Reiserouten, selbst den ersten Schritt zu wagen.

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